Morgan Stanley startet Kryptohandel auf E*Trade

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Der größte Vermögensverwalter der Wall Street hat gerade den Kryptomarkt betreten – und will Coinbase Konkurrenz machen.

Morgan Stanley hat den Handel mit Kryptowährungen auf E*Trade offiziell eingeführt und dabei umgehend ein Zeichen gesetzt: 50 Basispunkte pro Transaktion – damit unterbietet das Unternehmen Coinbase, Robinhood und Charles Schwab auf einen Schlag. Der Startschuss fiel am 6. Mai mit einer begrenzten Pilotgruppe, doch alle 8.6 Millionen E*Trade-Kunden sollen voraussichtlich im Laufe des Jahres 2026 Zugang erhalten.

Der Launch umfasst Bitcoin, Ether und Solana – die drei Kryptowährungen, die institutionelle Anleger in den letzten zwei Jahren besonders im Blick hatten. Nutzer sehen ihre Kryptobestände zusammen mit traditionellen Aktien und Anleihen in einem einzigen Dashboard, was eine größere Bedeutung hat, als es zunächst klingt. Zerohash kümmert sich im Hintergrund um Liquidität, Verwahrung und Transaktionsabwicklung.

Hier geht es nicht nur um Handelsgebühren.

Jed Pick, Leiter der Vermögensverwaltung bei Morgan Stanley, bezeichnete die Initiative als Versuch, „die Disintermediäre selbst auszuschalten“ – ein gezielter Seitenhieb auf die etablierten Kryptobörsen, die jahrelang behauptet hatten, die Wall Street könne nicht mithalten. Diese Formulierung deutet darauf hin, dass es sich nicht um einen stillen Produkttest handelt, sondern um einen strukturellen Eingriff.

Die Bank arbeitet seit Monaten darauf hin. Sie brachte Anfang des Jahres einen Bitcoin-ETF auf den Markt und plant Produkte, die an Ether und Solana gekoppelt sind. Außerdem beantragt sie eine nationale Treuhandbanklizenz , die es ihr ermöglichen würde, digitale Vermögenswerte direkt zu verwahren – und damit Drittanbieter komplett auszuschalten.

Was das für den Markt bedeutet

Die etablierten Kryptobörsen für Privatanleger haben sich durch ihre Position als einzige realistische Option für durchschnittliche Investoren einen Wettbewerbsvorteil verschafft. Coinbase berechnet je nach Transaktionsgröße und -methode Gebühren zwischen 0.5 % und 2.5 %. Robinhood hat sein Kryptoangebot massiv ausgebaut. Nun bietet Morgan Stanley auf seiner Plattform, auf der bereits 8.6 Millionen Menschen ihre Altersvorsorge- und Wertpapierdepots verwalten, einen einheitlichen Zinssatz von 0.5 %.

Der Integrationsaspekt ist entscheidend. Wenn Ihre Kryptowährung neben Ihrem S&P-500-Indexfonds auf demselben Bildschirm angezeigt wird, sinkt die Hemmschwelle für den Bitcoin-Kauf deutlich. Das ist kein Argument dafür, ob es eine gute Idee ist – es ist eine Beobachtung zur Funktionsweise des Vertriebs. Die Plattform, die sich durchsetzt, ist nicht immer die mit dem besten Produkt; oft ist es diejenige, die bereits in die bestehende Beziehung eingebunden ist.

Das Timing

Diese Markteinführung erfolgt parallel zur Consensus 2026 in Miami, wo die institutionelle Akzeptanz das beherrschende Gesprächsthema ist. Der Markt für Stablecoins hat ein Volumen von rund 322 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 50 % gegenüber dem Vorjahr. Banken und traditionelle Finanzinstitute agieren schneller als erwartet. Morgan Stanleys Schritt bei E*Trade ist das bisher deutlichste Signal dafür, dass die Frage nicht mehr lautet, ob die Wall Street Kryptowährungen anbieten wird – sondern wer damit die meisten Kunden gewinnt.

Für Kryptobörsen werden die nächsten 18 Monate zeigen, ob ihre Markentreue und Produktvielfalt gegenüber Unternehmen bestehen können, die bereits Millionen von Kunden mit Direkteinzahlung betreuen. Der Kampf hat jetzt richtig begonnen.

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Autor: Blake Taylor
New Yorker Nachrichtenredaktion

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