Razzien auf acht illegalen Krypto-Handelsseiten in London

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Die britische Finanzaufsichtsbehörde hat gerade ihre erste physische Krypto-Aktion durchgeführt.

Am 22. April führten Beamte der britischen Finanzaufsichtsbehörde (FCA) in Zusammenarbeit mit der britischen Steuerbehörde (HM Revenue and Customs) und der regionalen Einheit zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität im Südwesten Englands Razzien in acht Londoner Räumlichkeiten durch, die im Verdacht standen, illegale Peer-to-Peer-Handelsgeschäfte mit Kryptowährungen zu betreiben. Es handelte sich um die erste koordinierte physische Razzia der FCA gegen den illegalen Kryptosektor.

An allen acht Standorten erließen die Behörden Unterlassungsverfügungen und sammelten Beweismaterial, das nun in laufende strafrechtliche Ermittlungen einfließt. Keiner der Standorte war bei der FCA registriert. Nach britischem Recht müssen Unternehmen, die Krypto-Handelsdienste für Dritte anbieten, registriert sein und Maßnahmen zur Bekämpfung von Geldwäsche ergreifen. Beides traf bei keinem dieser Betriebe zu.

Was diese Seiten taten

Die FCA sorgte sich nicht primär darum, dass mit Kryptowährungen gehandelt wurde, sondern vielmehr darum, dass nicht registrierte P2P-Transaktionen einen Kanal für illegale Gelder schaffen. Ohne Geldwäscheprüfungen können Kriminelle informelle Handelsnetzwerke nutzen, um illegale Gelder mit minimaler Nachverfolgbarkeit zu transferieren, zu verschleiern und abzuheben.

Bericht von CoinDesk Die FCA hat in den letzten Monaten eine verschärfte Durchsetzungspolitik angekündigt, im Vorfeld eines neuen regulatorischen Lizenzierungsregimes, das voraussichtlich im September 2026 in Kraft treten soll – die vollständigen Compliance-Anforderungen gelten ab Oktober 2027. Dieser Zeitplan gibt seriösen Anbietern Zeit, sich zu registrieren. Illegalen Anbietern bleibt hingegen immer weniger Zeit, bevor sie ins Visier der Behörden geraten.

Verbraucher, die über nicht registrierte P2P-Dienste gehandelt haben, befinden sich im Schadensfall in einer schwierigen Lage. Sie haben keinen Zugang zum Finanzombudsmann, kein Entschädigungssystem und laufen Gefahr, dass die von ihnen verwalteten Gelder mit kriminellen Aktivitäten in Verbindung gebracht werden, von denen sie nichts wussten.

Eine sich zuziehende Schlinge

Großbritannien hat sich Zeit gelassen, um diesen Schritt zu gehen. Verglichen mit den USA – wo das Justizministerium, die Börsenaufsicht SEC, die CFTC und FinCEN seit Jahren Maßnahmen zur Durchsetzung des Kryptohandels ergreifen – stellen die Razzien der FCA eine deutliche Verschärfung der Durchsetzungsmaßnahmen vor Ort dar, die über behördliche Schreiben und Bußgelder hinausgeht.

Aktuell ist keine Peer-to-Peer-Kryptohandelsplattform oder Einzelperson bei der FCA registriert. Das liegt nicht daran, dass der Markt nicht existiert, sondern an dem strengen Registrierungsverfahren der FCA. Die Aufsichtsbehörde lehnte im Rahmen ihres ersten Programms rund 90 % der Anträge von Krypto-Unternehmen ab oder sah deren Rücknahme, wobei sie vor allem Mängel im Bereich der Geldwäschebekämpfung als Hauptgrund anführte. Der informelle Markt füllte die Lücke, die durch diese Ablehnungen entstand.

Der Unterschied liegt nun in der sichtbaren Bereitschaft, in der realen Welt aktiv zu werden. Unterlassungserklärungen, Beweissicherung und laufende strafrechtliche Ermittlungen signalisieren, dass informelle Aktivitäten auf dem britischen Kryptomarkt reale persönliche Risiken bergen – und nicht nur bürokratischen Aufwand.

Für Händler, die informelle P2P-Netzwerke aus Bequemlichkeit oder zur Umgehung der KYC-Anforderungen von Börsen genutzt haben, ist jetzt wahrscheinlich ein guter Zeitpunkt, dies zu überdenken. Die FCA weiß nun, dass diese Netzwerke existieren, wo sie operieren, und hat gezeigt, dass sie bereit ist, persönlich vor Ort zu erscheinen.

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Autor: Reginald Bailey
Europa-Nachrichtenredaktion

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