Warum Rohstoffhändler in Scharen zu Kryptobörsen strömen, um am Ölmarkt zu spekulieren...

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Krypto-Öl-Futures

Während traditionelle Händler auf die Öffnung der CME warten, spekulieren Krypto-Händler bereits kräftig mit Rohöl. Rund um die Uhr gehandelte Öl-Futures entwickeln sich rasant zu einem der heißesten neuen Handelsprodukte an Krypto-Börsen und machen West Texas Intermediate zu einer weiteren Anlageklasse, mit der man per Smartphone Gewinne erzielen kann.

Auf Plattformen wie Hyperliquid wird ein unbefristeter Vertrag, der an ein Barrel WTI-Öl gekoppelt ist, rund um die Uhr gehandelt und verhält sich wie jeder andere unbefristete Vertrag: kein Verfallsdatum, variabler Finanzierungssatz und Margin in Kryptowährungen oder Stablecoins. In der vergangenen Woche erreichte dieser einzelne Öl-Kontrakt ein tägliches Handelsvolumen von weit über einer Milliarde Dollar und war kurzzeitig nach Bitcoin der zweitmeistgehandelte Markt an der Börse, nachdem die Preise aufgrund von Nachrichten aus dem Nahen Osten in die Höhe geschnellt waren.

Das Angebot ist offensichtlich. Anstatt ein Brokerkonto zu eröffnen, Dollar zu überweisen und sich mit Rolldaten auseinanderzusetzen, können Privatanleger mit einem Klick von derselben Volatilität profitieren, die auch globale Energiehändler so wichtig ist. Die Positionsgrößen sind kleiner, die Benutzeroberfläche ist jedem vertraut, der schon einmal mit Bitcoin-Performing-Optionen gehandelt hat, und es gibt kein „geschlossenes Geschäft“, wenn die OPEC die Welt sonntags überrascht.

Das Risiko liegt auf der Hand: Öl zählt bereits zu den weltweit am stärksten von Marktschwankungen abhängigen Vermögenswerten, und nun kann man damit mit hohem Hebel an einer Börse handeln, deren Abwicklung innerhalb von Minuten statt Tagen erfolgt. Kombiniert man dies mit den üblichen Dynamiken von Perpetuum-Investing-Systemen – extremen Schwankungen der Finanzierungszinssätze, geringer Liquidität bei Nachrichtenspitzen und automatischen Liquidationen –, erhält man ein Produkt, das Neueinsteiger noch schneller aus dem Markt drängen kann als Bitcoin im Jahr 2021.

Für Regulierungsbehörden und traditionelle Rohstoffhändler ist der Aufstieg von Ölpreisspekulanten im Kryptobereich etwas beunruhigend. Plötzlich gibt es einen wachsenden Pool an grenzüberschreitenden, kaum regulierten Hebelprodukten, die auf einem Referenzwert basieren, der alles von Flugtickets bis hin zu Lebensmittelpreisen beeinflusst. Auch wenn diese Kontrakte im Vergleich zu den CME-Volumina gering sind, verstärkt sich die Wechselwirkung zwischen „Kryptoöl“ und der Stimmung in der realen Welt.

Die Öl-Gauner machen aus einem der wichtigsten Rohstoffe der Welt einen Wochenendspielplatz für Krypto-Händler, und mit steigenden Handelsvolumina wird es für Regulierungsbehörden und altmodische Energieabteilungen immer schwieriger, so zu tun, als spiele dieser Teil des Marktes keine Rolle.

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Autor: Markus Pippen
Londoner Nachrichtenredaktion
GlobalCryptoPress | Bruch 

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