Der ehemalige Twitter-CEO Jack Dorsey bringt einen neuen, auf Datenschutz ausgerichteten Messenger auf den Markt, der OHNE Internetverbindung funktioniert und Bitcoin sendet/empfängt …

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Bitchat

Die meisten Messaging-Apps sind heutzutage auf das Internet, große Unternehmen und zentrale Server angewiesen, um Ihre Nachrichten zu versenden. Nichts davon trifft auf Bitchat zu, die neue App, die gemeinsam von Jack Dorsey (ehemaliger CEO und Mitbegründer von Twitter) und dem Bitcoin-Entwickler und langjährigen Datenschutzaktivisten Calle entwickelt wurde.

Bitchat bietet sowohl Messaging als auch die Möglichkeit, Bitcoin-Zahlungen zu senden/empfangen. 

Der Hauptgrund für die Entwicklung von Bitchat war der Datenschutz, der bei den meisten gängigen Messengern heutzutage minimal ist, da Ihre Daten von jemand anderem verwaltet werden. Bitchat funktioniert so unabhängig von Unternehmensservern, dass es nicht einmal eine Internetverbindung benötigt. Bitchat benötigt kein Internet, um zu funktionieren, und ermöglicht sogar das direkte Senden von Bitcoins.

Was macht Bitchat anders?

1. Datenschutz zuerst

Bitchat fragt weder nach Ihrer E-Mail-Adresse noch nach Ihrer Telefonnummer oder persönlichen Daten. Das erschwert es Unternehmen, Regierungen oder Hackern, Sie auszuspionieren. Bitchat basiert auf den Grundwerten von Bitcoin: Dezentralisierung, Zensurresistenz und Peer-to-Peer-Freiheit.

2. Funktioniert ohne Internet

Auf einem Festival ohne Empfang? Auf dem Land? Oder sogar bei einem Stromausfall? Bitchat funktioniert trotzdem. Denn es verbindet Geräte direkt über ein sogenanntes Mesh-Netzwerk. Ihre Nachrichten springen von einem Telefon zum anderen, bis sie die Person erreichen, mit der Sie chatten.

Tatsächlich hätte Bitchat bei größeren Stromausfällen – wie etwa im April 2025, bei dem in Teilen Spaniens, Frankreichs und Portugals die Stromversorgung ausfiel – die Menschen in Verbindung halten können.

3. Senden Sie Bitcoin überall hin

Neben dem Chatten können Sie über die App auch Bitcoins versenden. Keine Banken, keine Zahlungsabwickler – nur das Bitcoin-Netzwerk. Ihr Telefon kann sogar offline Transaktionen erstellen und signieren, die dann über Geräte in der Nähe übertragen werden, bis sie das Netzwerk erreichen.

Für Händler könnte dies ein Wendepunkt sein. Zahlungen benötigen keine Zwischenhändler, und die Integration in das Lightning Network könnte Transaktionen in Zukunft noch schneller und günstiger machen.

4. Erweiterte Reichweite mit Mesh-Netzwerken

Normalerweise funktioniert Bluetooth nur über kurze Distanzen. Bitchat hingegen nutzt ein Bluetooth-Mesh-Netzwerk – Ihre Nachricht kann von Telefon zu Telefon springen und so die Reichweite auf bis zu 300 Meter erhöhen (oder sogar noch weiter, wenn mehrere Personen verbunden sind). Stellen Sie es sich wie einen digitalen Staffellauf vor.

5. Basierend auf Cypherpunk-Idealen

Bitchat ist nicht nur ein technisches Experiment – ​​es ist eine Anspielung auf die Cypherpunk-Bewegung, die Wert auf Privatsphäre, Unabhängigkeit und Kontrolle über die eigene Kommunikation legt.

So funktioniert es...

Lokales Mesh: Telefone stellen eine direkte Verbindung über Bluetooth Low Energy (BLE) her. Nachrichten springen zwischen den Geräten hin und her, bis sie ankommen.

Optionaler globaler Modus: Wenn Sie über lokale Verbindungen hinausgehen möchten, kann Bitchat Nostr verwenden – ein dezentrales Protokoll, das über Relays im Internet läuft.

Verschlüsselung: Nachrichten werden mit dem Noise-Protokoll gesichert, sodass nur Absender und Empfänger sie lesen können.

Effizienz: Daten werden komprimiert, um Bandbreite zu sparen, und die App passt ihren Stromverbrauch an, um den Akku zu schonen.

Die App ist noch neu und obwohl ihr privates Nachrichtensystem stark ist, wurde es noch nicht vollständig von externen Sicherheitsexperten geprüft.

Kritik und Bedenken...

Bitchat hat für seinen mutigen Ansatz viel Aufmerksamkeit bekommen, blieb aber nicht ohne Kritik.

Als die Betaversion Anfang des Monats startete, bewarb Dorsey sie als sicheres und privates Messaging-Tool. Kurz darauf veröffentlichte der Sicherheitsforscher Alex Radocea einen Blogbeitrag, in dem er auf eine schwerwiegende Sicherheitslücke hinwies: Es ist derzeit sehr einfach, sich in Bitchat als andere Personen auszugeben.

„In der Kryptographie kommt es auf Details an“, schrieb Radocea. „Ein Protokoll, das die richtige Ausstrahlung hat, kann grundlegende Mängel aufweisen, die alles gefährden, was es angeblich schützen soll.“

Dorsey gab später zu, dass die App noch keiner externen Sicherheitsüberprüfung unterzogen worden sei, was bedeutet, dass möglicherweise noch unbekannte Schwachstellen vorhanden sind.

Ein weiteres Problem ist die Verbreitung der App. Für iOS ist Bitchat über den App Store erhältlich. Für Android müssen Nutzer die App von GitHub herunterladen, da sie noch nicht offiziell im Google Play Store verfügbar ist. Leider sind bereits mehrere ähnliche Apps im Play Store aufgetaucht – einige mit Tausenden von Downloads. Dadurch besteht das Risiko, dass Nutzer eine gefälschte Version anstelle der Originalversion installieren.

Die einzigen legalen Möglichkeiten, es herunterzuladen, sind die Apple App Store für iOS-Benutzer oder ihre offiziellen GitHub für Android-Nutzer. 

Sollten Sie es herunterladen?

Es gibt einige berechtigte Gründe, ein Gerät zu haben, das Offline-Nachrichten für Notfälle, Orte ohne Mobilfunkempfang oder Orte mit überlasteten Mobilfunkmasten wie bei Großveranstaltungen senden kann. Ich würde ihm jedoch nicht Ihre Bitcoins anvertrauen. Die hier angesprochenen Bedenken sind berechtigt, und eine Umgebung, in der sich ein Benutzer leicht als jemand anderes ausgeben kann, ist nicht für Finanztransaktionen geeignet.  

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Autor: Markus Pippen
Londoner Nachrichtenredaktion
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